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| Informationen über Dayaks Tattoo |
Dayaks Tattoos
Dayaks / Borneo:
Borneo ist einer der wenigen Orte dieser Welt, wo Stammestätowierungen noch heute in der, tausende von Jahren alten Tradition ausgeführt werden. Bis in die heutige Zeit haben viele Stämme kaum Kontakt mit der modernen, zivilisierten Welt, wodurch es ihnen möglich ist, viele traditionelle Lebensgewohnheiten zu bewahren.
Einige Stämme leben noch heute wie bereits ihre Vorfahren, die bereits vor etwa 50.000 Jahren auf Borneo lebten. Sie leben wie Steinzeitmenschen in Harmonie und Abhängigkeit mit dem Regenwald der sie umgibt. Diese Stämme bezeichnet man als Dayaks, was ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Gruppen ist, die im Landesinneren leben.
Vor der Eroberung der Insel im 19. Jahrhundert durch die Engländer, waren Stammeskriege an der Tagesordnung. Sie waren eine Art Zeitvertreib für die Männer. Bei diesen Kämpfen ging es nicht um Territorialansprüche sondern um die Erbeutung der gegnerischen Köpfe. Die Kopfjagd wurde in der Stammesgemeinschaft gefeiert und war üblicherweise mit einem kannibalistischem Festmahl verbunden.
Kopfjagd und Tätowierungen waren im rituellen und sozialen Leben der Dayaks eng miteinander verknüpft. So bekamen junge Männer eine Kehlkopf-Tätowierung wenn sie im heiratsfähigem Alter waren, und somit auch die Berechtigung an den Kopfjagden teilzunehmen. Die Teilnahme an einer erfolgreichen Kopfjagd beinhaltete das erste Finger-Tattoo des jungen Kriegers. Weitere Tätowierungen an der Hand folgten für jeden erlegten Kopf.
Zu Lebzeiten waren diese Tattoos Statussymbole, aber auch für den Tod waren sie von äußerster Wichtigkeit. Sie sicherten Privilegien im Jenseits. Je höher der kriegerische Rang desto besser die Positionierung in der spirituellen Welt. Männer ohne Tätowierungen hatten keine Chance, dass die Seele den Fluss des Todes unbeschadet überqueren konnte.
Auch die Frauen wurden tätowiert, die Muster unterschieden sich aber deutlich von denen der Männer. Sie wurden an den Händen, Unterarmen und Oberschenkeln mit spiralförmigen Mustern und parallelen Linien bedeckt. Auf Entfernung wirkte dies als ob die Frauen Handschuhe oder Strümpfe trugen. Mit Beginn der Pubertät (etwa mit 10 Jahren) wurde bei den Mädchen das Jahre andauernde Werk begonnen. Bis zur Geburt des ersten Kindes mussten die Muster vollendet sein, denn es schickte sich für eine Mutter nicht tätowiert zu werden. Genau wie bei den Männern sicherten die Tätowierungen die Privilegien in der spirituellen Welt.
Zu Beginn der Tätowierarbeiten wurden Opfergaben an die Schutzgeister dargebracht. Der Tätowierer schnitzte das Motiv in ein Stück Holz, färbte es mit Holzkohle ein und brachte diesen Stempel auf die zu tätowierende Hautstelle auf. So konnte der Tätowierer diesem Stempelabdruck mit seinen Instrumenten folgen. Zum Tätowieren wurde ein Stab verwendet, an den fast rechtwinklig Bambussplitter angebracht waren. Die eingefärbten Spitzen wurden mit einem Schlagstock in die Haut geschlagen, was ein äußerst schmerzhafter Prozess war.
Parallelen zu den verwendeten Mustern finden sich auf Java und Bali und die Tätowierinstrumente gleichen den polynesischen Werkzeugen. Daraus lässt sich schließen, dass die Tätowierkunst schon vor tausenden von Jahren mit der gleichen Bevölkerungswanderung nach Borneo kam, die auch die polynesischen Inseln bevölkerte.
Da die Zivilisation den natürlichen Lebensraum der Dayaks bedroht, wird bei unverändertem Fortschreiten der Regenwaldabholzung diese Kultur in Kürze unwiederbringlich zerstört sein !
Autor: Lilian B.
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